Ganzheitliche Schmerztherapie

Die Erkenntnisse der modernen Schmerzforschung nutzen!
- Neurobiologie meets Psychosomatik

 

Schmerz ist etwas dass, besonders wenn er chronisch besteht oder immer wieder auftritt, uns in unserem ganzen Mensch sein beeinträchtigt.
Unsere Entspannungsfähigkeit, unser Wohlbefinden, manchmal auch Schlaf und alltägliche Aktivitäten können so stark beeinträchtigt sein das unser Wohlbefinden erheblich gestört wird.
Wenn Schmerz zu lange fort besteht oder uns zu sehr beeinträchtigt, können weitere Symptome, bis hin zu Depressionen, Angstattacken und Burnout entstehen.
Manchmal können zusätzliche Belastungen, hoher Stress, Pflege von Angehörigen, Unfälle oder Krankheiten unsere Widerstandskraft so reduzieren, das sich die Schmerzen noch belastender und störender auswirken.
Doch diese Verknüpfungen können nicht nur negativ Schmerz verstärken, die gleichen Wege können wir auch nutzen um die Wirkung von Behandlungen zu verstärken und Schmerzen zu reduzieren.
So bestätigt die neuere Hirnforschung und die Erforschung der Placebowirkung das unser Denken, unser Körper und unser Lebensstil ständig in beide Richtungen untrennbar über eine Nervenmatrix miteinander kommunizieren und sich gegenseitug beeinflussen.

Basis unseres Schmerzverständnis ist das bio-psycho-soziale Modell.
Diese von der WHO bereits 2003 anerkannte Vorstellung wie Schmerzen und Krankheiten entstehen, basiert auf Forschungsergebnissen die eindeutig zeigen wie eng alle Körperfunktionen, unser Denken, Fühlen und Handeln mit unseren Erfahrungen und unserer Umwelt verbunden sind.

Wir alle wissen das Stress Krankheiten wie hohen Blutdruck oder Magengeschwüre hervorrufen kann. Demgegenüber sind die Erkenntnisse der modernen Schmerzforschung  wenig bekannt, sie ermöglichen uns aber ein revolutionierendes neues Verständnis besonders bei chronischen Beschwerden.

Gerade wenn keine gravierende körperliche Ursache gefunden wird oder die Beschwerden als Anspannung oder "psychisch" eingestuft werden, helfen uns diese Erkenntnisse die Schmerzen besser zu verstehen und moderne Behandlungswege zu finden.

Das Wichtigste, dass uns die neurobiologische Forschung zeigt, ist gleichzeitig schwierig zu verstehen.
Denn Schmerz ist keine 1:1 Übertragung einer am gefühlten Schmerzort vorhandenen Störung,
auch wenn dies, z.B. bei einer akuten Verletzung oft der Fall ist.

Wir müssen verstehen das Schmerz zu allererst etwas ist, das wir als Gefühl empfinden.  
Und wie bei allen Gefühlen können wir uns täuschen, im "Guten", wie im "Schlechten".

Beispiel:
Bei einem Unfall schaltet unser Stresssystem kurzzeitig die Schmerzwahrnehmung aus, erst wenn die Gefahrensituation vorbei ist spüren wir den Schmerz.
Selbst bei schwersten Verletzungen, z.B. einem Beinbruch, spüren wir den Schmerz am Anfang kaum.
In der Entwicklung des Menschen war diese Fähigkeit überlebenswichtig, um sich trotz einer Verletzung verteidigen oder fliehen zu können.
Chronischer Stress, wie wir ihn in unserer heutigen digitalen Welt erleben führt zu einer Überforderung dieses Regelsystem und bewirkt schliesslich eine Dekompensation.
Cortison das körpereigen Stresshormon führt auf Dauer zu einer Veränderung und Hemmung des Immunsystem. Im Schmerzsystem können Entzündung entstehen, die Folgen sind chronischer Schmerz, vegetative Symptome, Dysbalance des autonomen Nervensystem (Vagus, Parasympathicus, Sympathicus).
Manchmal entsteht daraus eine Schmerzallergie, so das kleinste Belastungen Schmerzen hervorrufen und die klassischen Schmerzmedikamente nicht mehr helfen.
Der Schmerz hat dann keine schützende Funktion mehr, er hat sich verselbstständigt, er ist "entkoppelt".

Wir müssen uns die verschiedenen Fachbereiche heute eher so vorstellen,
als ob wir, wie auf einer Bühne,
durch unterschiedliche Leuchtkegel verschiedene Anteile des Schmerz analysieren.

 

"Kreative" orthopädische Psychosomatik

Psychosomatik haftet dabei oft etwas abschreckendes an.
So, als wären wir selbst "Schuld" an unseren Beschwerden oder Schmerzen,
oder als wären unsere Beschwerden nur "eingebildet".
Das ist natürlich nicht der Fall.

Wer über sich selbst hinausgehen will,
muss in sich selbst hinabsteigen

Tibetische Weisheit

 

 

Schmerverständnis heute: Die Schmerzmatrix

Die Schmerzmatrix

 

Die Schmerzmatrix - Basis unseres Schmerzverständnis

Heute wissen wir das bei Schmerzen komplexe neuronale Netze aktiviert werden.
Dabei können viele Bereiche unseres Nervensystem parallel eingebunden sein und  - in alle Richtungen - gleichzeitig aktiviert werden (s. Bild rechts).
Es gibt sie nicht, die strikte Trennung von unserem Körper auf der einen und unserem Denken, Fühlen und Verhalten auf der anderen Seite.

Unser Körper, unser Tun und unsere Emotionen sind so auch in unserem Nervensystem untrennbar miteinander verbunden.
In der Praxis bedeutet dies das mehrere Faktoren aus diesen unterschiedlichen Bereichen zusammenwirken
und unser körpereigenes Regulierungssystem überfordern bevor ein Schmerzsignal (!) entsteht.

Nach unser Einschätzung ist es grob fahrlässig sich nur einen Faktor (z.B. Bandscheibe) anzusehen und alle anderen Komponenten die zum Schmerzsignal geführt haben zu ignorieren. 
Selbst bei einem, verglichen mit dem menschlichen Selbstregulationssystem, so einfachen Ding, wie dem Auto, würden wir nie nur den Reifen wechseln ohne nach der Ursache des Schadens zu schauen.
Diese Faktoren sind besonders wichtig:

  • Stress und Schmerz

    Stress- und Schmerzregulation sind in unserem Nervensystem extrem eng miteinander verknüpft. 
    Alles was uns "stresst" verändert unsere Muskelspannung und Schmerzverarbeitung im Nervensystem.

  • Schlafstörungen

    Schlafstörungen führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Schmerz- (und Stress-) verarbeitung.
    Ohne Behandlung der Schlafstörung lässt sich bei chronischen Beschwerden zumeist keine Verbesserung erreichen!

  • Schmerzsensibilisierung

    Chronischer Schmerz kann unsere Schmerzregulation wie bei einer Allergie auf "hyperaktiv" stellen,
    manchmal so deutlich das Schmerzmedikamente nicht mehr helfen.

  • Burn out

    Bei Überarbeitung, zu kurzen Ruhe- und Regenerationsphasen kann sich die Stressbelastung nicht mehr ausreichend zurückbilden. Der innere Stresspegel steigt immer weiter, Ressourcen werden verbraucht und  nicht mehr aufgefüllt, bis am Ende die Regulation zusammenbricht.

  • Traumatische Erfahrungen

    Unfälle, körperliche oder seelische Verletzungen bedeuten extremen Stress für unser inneres Regulationssystem.
    Auch wenn wir anfangs gut damit zurecht kommen können, kann es sein, dass kleinere Störungen, aber in der Bedeutung ähnliche Situationen, diese zurückliegende Erfahrung aktivieren und eine überstarke Schmerz- und Stressreaktion auslösen.
    Wir wissen heute, dass schon Erfahrungen in der Schwangeschaft, als Baby und in der frühen Kindheit prägende der Einflüsse auf die Regulationsfähigkeit des Schmerzsystem hinterlassen können (s.a. Roth, Egle).

Wann kann eine ganzheitliche orthopädische Betrachtung helfen?

 

  • Als begleitende Behandlung bei allen Schmerzen am Bewegungsapparat.
  • Bei begleitenden Störungen des vegetativen Nervensystem,
    insbesondere:
    Schwindel, Benommenheit, Tinnitus, Migräne, Kopfschmerzen,
    Magen-Darm-Beschwerden, Angst- oder Panikattacken, Schlafstörungen,
    Burnout.
  • Bei myofaszialem Schmerzsyndrom, Fibromyalgie oder Schmerzsensibilisierung.
  • Bei Schmerzen ohne eindeutige "körperliche" Ursache.
  • Zur persönlichen Entwicklung ("Never waste a crisis")
    Auf was will uns der Schmerz hinweisen?
    Wobei will er uns unterstützen?

 

Die Inhalte einer ganzheitlichen Betrachtung Ihrer Beschwerden

 

Unabhängig davon ob 
- Sie es einfach einmal spannend finden Ihre Beschwerden oder die Behandlungsmöglichkeiten unter einem ganzheitlichen Gesichtspunkt anzuschauen,
- Sie vorsichtshalber weitere Verbindungen Ihrer Beschwerden zu Ihren Tätigkeiten prüfen wollen,
- Sie schon ein Gefühl dafür haben, dass ihre Beschwerden durch bestimmte Lebensumstände oder Erfahrungen beeinflusst werden,
- Sie wissen möchten welche weiteren Faktoren eine wichtige Rolle spielen können,
- Sie Unterstützung bei Entscheidungen oder Veränderungen benötigen,
am Anfang steht das Gespräch.
 

"Kreative" Gesprächstermin(e)

Hier nehmen wir uns zusammen die Zeit uns auf kreative Weise einmal anders mit Ihren Beschwerden zu beschäftigen:

  • ​Wir können mögliche Faktoren oder Situationen besprechen und prüfen ob diese z.B. über verdeckte Stressreaktionen ungünstig auf Muskelspannung, Haltung und damit auch den Schmerz, wirken.
  • Wir können Ihre verschiedenen Lebensbereiche oder Aspekte und den Schmerz systemisch aufstellen und so ganzheitliche Zusammenhänge erkennen oder ausschließen.
  • Wir können in einem "inneren Dialog" Ihre kreative emotionale Intelligenz nutzen.
  • Wir können über innere Bilder, systemische Aufstellung oder Focusing zusätzliche Möglichkeiten der Behandlung finden und prüfen.
  • Wir können herausfinden wie Sie am besten über Entspannung oder Visualisierung den Heilungsverlauf unterstützen. 

Die Gespräche können, je nach Indikation, als ganzheiltliche ärztliche Beratung, psychosomatische Therapie oder Coaching erfolgen. 
Dauer: 50 Min., Doppelbehandlung möglich.

Behandlung und Training

Viele neuere Verfahren eignen sich hervorragend zur unterstützenden Behandlung bei Beschwerden am Bewegungssystem. Sie können uns helfen mit äußerem oder innerem Stress besser umzugehen, das autonome Nervensystem zu beruhigen und unsere "inneren Heilungskräfte" effektiv zu nutzen. 
Die Psycho-Neuro Immunologie (PNI) konnte z.B. zeigen, dass die Aktivität der weißen Blutkörperchen die zur Bekämpfung von Entzündungen zuständig sind, durch "mentales Training" messbar gesteigert werden.
Diese Verfahren können Sie bei uns nutzen:

  • Bio- oder Neurofeedback,
  • HRV-Training
  • Computergestütztes Atem-Entspannungstraining

Dauer jeweils 50 Min.. Doppelbehandlung möglich.

Unsere Ziele

 

Im Vordergrund steht mögliche Zusammenhänge besser zu verstehen und unterstützende Möglichkeiten für Entspannung, "Ent-Schmerzung" und Wohlbefinden zu entdecken.

  • Entspannung und innere Ruhe finden.
  • Verbesserte Regulation der Stress- und Schmerzsteuerung und des autonomen Nervensystem.
  • Erkennen welche Methoden Ihnen helfen können Stress zu reduzieren und "innere" Heilungsmechanismen zu mobilisieren.
  • Übergeordnete Zusammenhänge der Beschwerden zu Stress oder Lebenserfahrungen prüfen.
  • Ggf. erkennen innerer Blockaden und emotionaler Dysbalancen und auffinden hilfreicher Behandlungen.
  • Den Schmerz nutzen um Ihre persönliche Entwicklung zu fördern.

Was wäre, - weiterführende Fragen ...

Was wäre,
- wenn wir den Schmerz nicht nur als unseren Gegner,
  sondern auch als hilfreichen Hinweisgeber betrachten würden?   

Schmerzen oder andere Beschwerden sind immer Signal einer Störung.
Man könnte auch sagen ein Ausdruck in der Körpersprache.
Wir können sofort das Signal behandeln, die Warnlichtbirne herausdrehen und weiter machen,
oder wir können uns auch fragen - worauf könnte unser "Symptom" auch hinweisen?
Nur um sicher zu sein, das wir nichts wichtiges in unserem Leben übersehen!

Manchmal ist mit dem Schmerz wie mit der Angst, je länger wir davor fortlaufen,
esto unangenehmer wird es.
Manchmal verhindert eine im Symptom versteckte Botschaft das die Beschwerden sich ganz zurückbilden.
Wo hilft uns der Schmerz etwas zu tun oder nicht bzw. nicht mehr zu tun?
Wobei möchte uns der Schmerz unterstützen?

Was wäre,
- wenn Ihr Schmerz sprechen könnte?

(der Schwindel, die Benommenheit, der Tinnitus, ...)

Was würde er sagen, wenn wir ehrlich fragen würden, wobei er uns helfen kann? 

Unsere Angebote im Rahmen der orthopädischen Psychosomatik

Therapeutisches Gespräch und Beratung

  • Sind Zusammenhänge zwischen Ihren Beschwerden und Ihrem inneren Befinden möglich?
  • Wobei können Ihnen die Beschwerden helfen?
    Gibt es eine versteckte hilfreiche Nachricht oder Bedeutung?
  • Welche Übungen können helfen "innere" Heilungskräfte zu aktivieren?
  • Wie können Sie am besten Stress reduzieren?
    Welches Entspannungstraining ist das Richtige für Sie?
  • Kann eine ergänzende psychosomatische oder psychotherapeutische Begleitung hilfreich sein?

Körper und Geist verbinden

  • Biofeedback - vom Körper lernen
  • Entspannung - HRV-Training
  • Tao Yoga - Bewegung, Atmung, Konzentration
  • Focusing - das innere Wissen nutzen
  • Ganzheitliche (energetische) traditionelle chinesische Akupunktur (TCM)
  • Innere Entspannung über innere Bilder entwickeln
  • Symptome und Therapien aufstellen







Haben Sie Fragen zur ganzheitlichen Schmerzbetrachtung
oder Interesse von Ihren inneren Wissen zu lernen?

Weiterführende Literatur/Medien

Eugene T. Gendlin: Focusing: Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme

Klaus Renn: Dein Körper sagt dir, wer du werden kannst: Focusing - Weg der inneren Achtsamkeit

Jon Kabat-Zinn: MBSR, z.B.  Im Alltag Ruhe finden: Meditationen für ein gelassenes Leben

Luise Reddemann: Z.B. Imagination als heilsame Kraft
CD mit Übungen zur Aktivierung von Selbstheilungskräfte.  "Dem inneren Kind begegnen"

O. Carl Simonton: Z.B . Wieder gesund werden: Eine Anleitung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte.
Visualisierung nicht nur für Krebspatienten!)

Thich Nhat Hanh: Z.B. Lächle deinem eigenen Herzen zu: Wege zu einem achtsamen Leben

Michael Stefan Metzner: Achtsamkeit und Humor - Das Immunsystem des Geistes

Maja Storch. Z.B. Das Geheimnis kluger Entscheidungen: Von Bauchgefühl und Körpersignalen

Eckhart Tolle: Z.B. Es ist immer Jetzt! - Wo kann ich lebendiger sein als im jetzigen Moment

Karlfried Graf Dürckheim: Z.B. Hara - die Erdmitte des Menschen

Moshé Feldenkrais: Z.B. Bewußtheit durch Bewegung: Der aufrechte Gang

Franz Ruppert: Z.B.  Trauma, Bindung und Familienstellen. Seelische Verletzungen verstehen und heilen; Symbiose und Autonomie: Symbiosetrauma und Liebe jenseits von Verstrickungen (Leben lernen)

Peter Schellenbaum: Z.B. Die Wunde der Ungeliebten

Verena Kast: Verschiedene Titel

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