Das Flexion-Relaxations-Phänomen als diagnostisches Verfahren in der klinischen Praxis

De Monte G., Schubert D., Gassen M..
9. GAMMA-Tagung vom 4. - 5. Mai 2012 in St. Gallen

Zusammenfassung

Das Flexions-Relaxation-Phänomen (FRP), das definiert wird als stark reduzierte elektrische Aktivität des lumbaren m. erector spinae während einer kompletten Flexion des Oberkörpers, gilt mittlerweile in der Literatur als ausreichend bewiesen. Viele Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen der Bedeutung des FRP und den Rückenschmerzen, doch uns ist bisher nicht bekannt, dass das diagnostische Verfahren und seine Relevanz im Praxisalltag bereits bewertet wurden.
Ziel dieser Untersuchung war es den Einfluss von verschiedenen Therapiemethoden auf das FRP in Patienten mit lumbalen Rückenschmerzen.
Innerhalb einer sportmedizinischen Einrichtung mit orthopädischem Schwerpunkt haben 110 Patienten mit entsprechenden Rückenschmerzen einen Flexions-Extensions-Test durchgeführt und anschließend unterschiedliche Therapieverfahren verschrieben bekommen. Es handelte sich dabei um physiotherapeutische, medikamentöse, krankengymnastische, entspannende und unterstützende Maßnahmen. In einem Abstand von 5 bis max. 15 Arbeitswochen wurde durch einen Re-Test die Auswirkung der Behandlung aufgezeichnet.
Von den 110 Patienten hatten 50 Personen beim Test kein FRP. Beim nachfolgenden Re-Test wiesen 15 Patienten ein FRP auf. Nach dem Re-Test nur 5 beendeten die Therapie, 45 wurden weiter behandelt. Bis zu 7 verschiedene Therapien wurden gleichzeitig verschrieben.
Die Anwendung des FRP in der Praxis stellt ein einfaches und schnelles Verfahren dar, das als diagnostische Methode auch gut für weitere Kontrollen einsetzbar ist. Im alltäglichen Praxisbetrieb ist es schwierig den genauen Einfluss der einzelnen Therapiemethoden auf das FRP nachzuweisen. Um das Phänomen der Flexion-Relaxation noch besser in seiner Anwendung zu verstehen wäre es aufschlussreich dem Sachverhalt durch weitere Untersuchungen auf den Grund zu gehen.

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