Meniskusruptur: Eine Operation ist häufig überflüssig

Orthopäden der Hatapää-Klinik in Tamepere (Finnland) untersuchten in ihrer Studie 149 Patienten im Alter von 35 bis 65 Jahren. Die Einschlusskritierien für die Studie waren, dass Knieschmerzen seit mind. 3 Monaten bestanden, die durch eine konservative Behandlung nicht zurückgingen, und ein Meniskussriss vorlag. 

Alle Patienten unterzogen sich einer Arthroskopie. Allerdings öffnete der Arzt während der Operation enen Umschlag in dem entweder die Anweisung zur Teilresektion (70 Patienten)  oder das Vorzutäuschen einer Teilresektion (76 Patienten Scheinoperation) stand. 

Ein Jahr nach der Operation wurden Tests und Befragungen zur Stärke der Knieschmerzen sowie Werte auf Knie- und Lebensqulitätsskalen ermittelt.

Die Ergebisse zeigten keinen signifikatnen Unterschied zwischen den Patienten mit Teilresektion und denen mit einer Scheinoperation. Die Schmerzintensität war bei beiden Gruppen bei einer Knieübung von zu Beginn 6 Punkten auf 3 Punkte zurückgegangen. Ebenso zeigte die Skala zur Lebensqualität keine Unterschiede.

"Die Studienergebnisse sprechen gegen die übliche Praxis, bei Patienten mit degenerativen Meniskusriss eine Teilresektion vorzunehmen", schließen die Orthopäden um Sihvonen. Mehr noch: Möglicherweise schadet eine Prozedur den Patienten.

Quelle: aus ÄrzteZeitung, "Meniskusruputr: Operation nützt nichts bei Degeneration", publiziert am 13.01.2014, Nr. 3, S. 12; basierend auf: N Engl J Med 2013; 369:2515-2524

Unser Kommentar:

Zu aller erst sollten alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschlossen werden, bevor eine Operation in Betracht gezogen wird. Diese Studie bestätigt unseren langjährigen Ansatz und zeigt, dass häufig viel zu schnell eine Operation erfolgt.

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