Ein Beispiel:

Vorgeschichte
Ein 65 jähriger Patient mit seit längerer Zeit wiederholt auftretenden innenseitigen Knieschmerzen stellt sich in unserer Sprechstunde zur Einholung einer zweiten Meinung vor. Er hatte sich davor in einer operativen orthopädischen Klinik vorgestellt, dort war ein Röntgenbild durchgeführt worden und anschließend eine Operation mit Ersatz durch ein künstliches Kniegelenk empfohlen worden.
An Behandlungen waren bisher nur Krankengymnastik 1 x/Woche erfolgt.

Vorbefunde
Das Röntgenbild zeigt eine mittlere Abnutzung des inneren Gelenkspaltes, weitere Befunde liegen nicht vor. Feste Einlagen.

Unsere ergänzenden Befunde und Diagnostik
In der ergänzenden Ultraschalluntersuchung findet sich nur eine leichte begleitende Entzündung, die Muskelfunktionsdiagnostik zeigte keine Hemmung des M. quadrizeps, die Vermessung der Kraftwirkungen im Bein zeigen jedoch eine innenseitige Belastung.

Unsere Beurteilung
Nach der körperlichen Untersuchung, Ergänzung der Ultraschalluntersuchung und der unauffälligen Muskelfunktionsdiagnostik haben wir zunächst, da die nicht operativen Therapiemöglichkeiten bei weitem nicht ausgeschöpft wurden, zu einer Behandlung ohne Operation geraten.

Unser Therapievorschlag
Für eine relevante Wirkung der Physiotherapie sind anfangs mindestens 2, besser 3 Einheiten pro Woche erforderlich. Zusätzlich Anregung zu täglichem Ergometerfahren, Beginn mit 5 Min./Tag. Entlastung des inneren Gelenkspaltes durch eine spezifizierte Einlagenversorgung. Neurophysiologisches Training zur Unterstützung von symmetrischer Kraftwirkung am Kniegelenk.

Verlauf
Mit den Behandlungen verbesserte sich die Schmerzsymptomatik erheblich. Der Patient war mit dem Verlauf und der Belastungsfähigkeit sehr zufrieden. Erst nach 10 Jahren entwickelte sich eine weitere Verschlechterung, sodass dann eine Operation nötig wurde.

 Daten zur Vermeidung von Ähnlichkeiten mit der realen Person verändert.

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