Fersenschmerzen und Fersensporn
Teil 2: Funktionsdiagnostik

Warum ist es zu den Fersenschmerzen gekommen?
- Die wirklichen Ursachen finden

Im ersten Teil der Untersuchung bestimmen wir den Ort und die Struktur von der der Fersenschmerz ausgeht. 
Im zweiten Teil, der Diagnostik möchten wir herausfinden, was die Fersenschmerzen letzlich ausgelöst hat. Denn nur wenn wir auch diese Ursachen behandeln wird die Therapie nachhaltig Ihre Beschwerden verbessern.
Wie so oft ist das nicht so einfach wie es auf den ersten Blick erscheint.
 

Hohlfuß- oder Plattfuß ?

Beides kann eine Überlastung der langen Fußsohlensehne auslösen. Besonders natürlich, wenn starke Belastungen durch langes Stehen, regelmäßiges Joggen oder Nordic Walking bestehen.
Was selten bedacht wird: Je weniger sich ein Mensch bewegt, desto seltener ist eine Überlastung als Ursache der Fersenschmerzen. Selbst wenn eine Störung des Fußgewölbes vorliegt, wird diese wenig zum Tragen kommen, da der Fuß nur gering belastet wird. Dies ist ein Grund warum manchmal Einlagen nicht wirken....

 

Mit der Messung des Fußabdruckes können wir die am Fuß wirkenden Kräfte und das Fußgewölbe genau bestimmen. Nur wenn hier deutliche Auffälligkeiten sind überlegen wir mit Ihnen, ob eine Einlagenversorgung sinnvoll ist.

Entsteht die Fehlbelastung beim Gehen?

Nach der Untersuchung des Fußes in Ruhe ist dies sicher der wichtigste Untersuchungsschritt. Entscheidend für die Belastung der Ferse und der Fußsohlensehne ist, wie der Fuß aufgesetzt wird und wie der Abrollvorgang vor sich geht. Oft sehen wir, dass sich der Fuß beim Abrollen zu sehr nach außen dreht oder die Ferse zu früh angehoben wird.
Hier müssen spezielle Trainingsübungen (Krankengymnastik) hinzugenommen werden, eine Einlage würde oft kontraproduktiv wirken.

 

Laufdiagnostik - beim Läufer oder Walker mit Fersenschmerzen ein Muß!

Nach unserer Erfahrung kann sich der Fuß beim Laufen gänzlich anders als beim Gehen verhalten. Natürlich muss in der Laufanalyse auch die Stabilisierung des Fußes im Laufschuh überprüft werden.
Manchmal ist dann die Ursache der Fersenschmerzen offensichtlich und zunächst ist "nur" der Schuh zu tauschen.
Nicht selten wird bei Fersenschmerzen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Einlage für das Laufen überschätzt.

Fersensporn - Ultraschall

Der wichtigste Muskel bei Fersenschmerzen:
Der Wadenmuskel

Mit der Elektromyographie (kurz EMG) kann die Aktivität des Wadenmuskels, vergleichbar mit dem EKG des Herzens, gemessen werden. Manchmal besteht eine zu hohe Spannung des Muskels oder der Muskel wird zu stark eingesetzt. Da der Wadenmuskel die Ferse hebt, wird dadurch automatisch auch immer die Fersensehne stärker oder zu stark belastet. Durch diese Überlastung können chronische Fersenschmerzen und ein Fersensporn entstehen.

Isokinetik - Kraftmessung und Therapie zugleich

Auch das scheinbare Gegenteil, eine zu geringe Kraft der Wadenmuskulatur, kann zur Überlastung der Fußsohlensehne führen.
Die isokinetische Kraftmessung wird besonders bei Sportlern eingesetzt und ermöglicht einen genauen Vergleich der Kraft der Wadenmuskulatur zwischen rechtem und linkem Bein. Wenn sich hier eine deutliche Schwäche oder Dysbalance zwischen rechter und linker Seite zeigt, kann die Methode auch sehr gezielt für ein Ausgleichstraining genutzt werden.

Neue Erkenntnisse
Bindegewebe und Faszien

Manchmal liegt die Ursache einer Überlastung der Sehne des Fußes an einer Verhärtung des Bindegewebe an einem anderen Ort, z.B. durch eine Störung oder Verklebung der bindegewebigen Hüllen der Muskeln und Sehnen (Faszien) in der Lendenregion. Oft besteht dies schon länger und hat über den chronisch erhöhten Zug die Reizung ausgelöst.

 

Mit einer neuen Ultraschalltechnik der Ultraschall-Elastografie ist dies gut zu überprüfen. Bei Verklebungen helfen Faszientherapie, Faszienrolle (Black-roll), Stoßwellentherapie, Triggerpunktbehandlung und Osteopathie.

 

Sie haben eine Einlage?
Bewirkt die Einlage was sie soll?

Die schönste Einlage nützt nichts wenn sie nicht dort entlastet, wo zuviel Belastung ist und dort unterstützt wo das Fußgewölbe Unterstützung benötigt.

Leider werden oft Einlagen verschrieben ohne die Wirkung am Fuß zu kontrollieren. Mit der Messung des Fußdrucks im Gehen können wir exakt die Wirkung der Einlage überprüfen.
Nicht selten muss dann die Einlage geändert werden ...

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