Patellaspitzensyndrom

Anatomie der Kniescheibe

Die Kniescheibe (Patella) befindet sich vorderseitig über dem Kniegelenk und ist auf der Rückseite mit einer Gelenkfläche in Kontakt zum oberen Anteil des Kniegelenkes. Nach unten wird die Kniescheibe über die Kniescheibensehne am Unterschenkel fixiert, am oberen Pol setzt die Sehne des vorderen Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) an. Seitlich sollen die kniescheiben-führenden Bänder und die Gelenkkapsel die Beweglichkeit der Kniescheibe einschränken. Es besteht keine direkte gelenkige Verbindung in der die Kniescheibe fest in die Bewegung eingebunden ist.
Die Kniescheibe liegt von außen dem Oberschenkel auf und ist dadurch in ihrer Beweglichkeit sehr variabel.

Ursachen einer Schmerzsymptomatik an oder um die Kniescheibe

Kommt es bei einer asymmetrischen Aktivität des Oberschenkelmuskels Quadrizeps zu einer Verschiebung der Kniescheibe nach innen oder außen, kann diese an den Rand der Gleitbahn gedrängt werden und hier zu Knorpelreizungen führen. Diese anfangs nicht schmerzhafte Verschiebung kann über viele Jahre hinaus zu einer Knorpelabnutzung und damit zu deutlichem Knirschen in der Kniebewegung führen. Zu große Dehnfähigkeit der seitlichen Kniescheibenbänder unter der Gelenkkapsel können mit ähnlichen Beschwerden verbunden sein.

Knieschiebe selbst oft unschuldig

Auch alle anderen biomechanischen Veränderungen die die Beinachse betreffen können automatisch zu einer veränderten Muskel- und Sehnenführung der Kniescheibe betragen. Hauptursachen sind dabei Störungen des Fußgewölbes und der biomechanischen Hüftgelenksachse.

Beispiel:

Durch die gekoppelte Bewegung von Fuß und Unterschenkel kommt es in der Belastung des Fußes zu einer leichten Innendrehung des Unterschenkels, bei starkem Knick- oder Senkfuß kann dies zum Knie fortgeleitet werden und eine Veränderung der Kniescheibenführung auslösen.

Die gleiche Situation entsteht bei Veränderungen des Hüftgelenkwinkels mit vermehrter Innendrehung des Beines oder bei einer X- oder O-Beintendenz.

Dabei sind zumeist zusätzlich Schwächen der außenseitigen Oberschenkelmuskulatur (Abduktoren) vorhanden.

Aber auch leichte Fehlbildungen der Kniescheibe (Dysplasie) oder seitlichen Kniegelenkshöcker können als Ursache der Beschwerden vorhanden sein. In diesen Fällen sollte als Basisdiagnostik immer eine Röntgenuntersuchung, bei Schmerzen in der Bewegung auch eine Funktions-/Kernspintomographie (MRT) durchgeführt werden.

Spezifische Untersuchungen für die richtige Therapie

Bei Beschwerden an der Kniescheibe sollte deshalb immer ganz gezielt der Bewegungsablauf von Fuß und Becken/unterer Rücken mit angeschaut werden, nur so kann eine langfristig erfolgreiche Therapie erfolgen. Mit den Ergebnissen der klinischen/medizinischen Gangdiagnostik lässt sich exakt überprüfen, in wieweit eine Einlagenversorgung, Bandagen oder spezifische Krankengymnastik bzw. Trainingstherapie eingesetzt werden sollten. Nicht zu selten finden sich jedoch in allen Bereichen Auffälligkeiten, so dass zumeist nur die richtige Kombination der einzelnen Therapieschritte zum Erfolg führt.

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