Traditionell Chinesische Akupunktur

Prinzipien der Behandlung

Das Prinzip der Traditionell Chinesischen Akupunkturbehandlung ist, den harmonischen Fluss des Qi (wieder-)herzustellen. Akupunktur kann zerstörte Strukturen nicht reparieren, wohl aber gestörte Funktionen harmonisieren und verbessern.

 

Anwendungsgebiete - Wann kann die Akupunktur helfen?

In ihrer ursprünglichen Ausrichtung und Anwendung ist die Akupunktur eine eigenständige Behandlungsmethode, die bei allen Krankheiten eingesetzt werden kann.
In Deutschland und den westlichen Ländern wir die Akupunktur vorwiegend zur Schmerztherapie eingesetzt. Aber auch Behandlungen von Allergie und anderen Erkrankungen sind möglich.

 

  • Akute und chronische Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen (z.B. infolge von Arthrose)
  • Akute und chronische Rückenbeschwerden
  • Beschwerden des magen-Darm-Traktes
  • Heuschnupfen/ allergischem Asthma
  • Sehnenreizungen, z.B. Tennisellenbogen
  • Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden

Ursprung und Geschichte der Akupunktur

Das Wort Akupunktur setzt sich aus den beiden lateinischen Wörtern acus (=Nadel) und pungere (=) stechen zusammen. Seit mehr als 3000 Jahren schätzt man die traditionelle, aus China stammende Therapie mit den dünnen Nadeln. Akupunktur ist die älteste und die am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt, die in den letzten Jahren auch immer mehr Anerkennung in Europa erfährt.

Wie wirkt die Akupunkturbehandlung?

Nach heutigem Verständnis wirkt die Akupunktur über verschiedene Mechanismen. Es lassen sich dabei 3 Hauptwirkungen beschreiben:

  • Lokale Wirkung
    Durch die Nadel wird immer eine lokale Stoffwechselreaktion und vermehrte Durchblutung ausgelöst. Auch wenn die sehr dünnen Nadeln keine richtige Blutung oder große Verletzung auslösen, entsteht eine ausreichende Aktivierung der körpereigenen Reparaturmechanismen. Diese lokale Wirkung ist besonders bei Muskelverspannungen und Sehnenreizungen von großer Bedeutung.
  • Fernwirkung (reflexartig)
    Bei der Fernwirkung der Akupunktur stellt man sich den Wirkungsmechanismus ähnlich wie bei einem neurologischen Reflex, bei dem durch die mechanische Reizung der Sehne über eine Verschaltungen im Nervensystem eine Aktivität des Muskels (Streckung) ausgelöst wird. Statt einer Muskelaktivität werden jedoch der Stoffwechsel und die Schmerzverarbeitung im Gehirn positiv aktiviert.
  • Systemische Wirkung
    Die systemische, ganzheitliche Wirkung der Akupunktur ist durch unser medizinisches Verständnis und die universitären Forschungen bisher am wenigsten zu erklären. Die Wirkungen ergeben sich in der Auswahl verschiedener Punkte, die eine ganzheitliche Wirkung auf den Stoffwechsel, die Schmerzzentren und das Vegetativum haben. Die chinesische Medizin arbeitet in der Diagnosestellung mehr mit Bildern und beschreibt die Behandlung dieser übergeordneten Funktionsstörungen sehr pragmatisch. Ganz fremd sind uns diese Gedanken jedoch nicht, im Sprachgebrauch wissen auch wir noch etwas von übergeordneten Zusammenhängen. Hinweise geben uns ältere Beschreibungen wie: „Das geht einem an die Nieren", "dem läuft die Galle über" oder "Kloß im Hals“. Wenn wir die Ergebnisse der Psychosomatik und Psychoneuroimmunologie berücksichtigen, sind manche der beschriebenen Zusammenhänge auch für uns besser zu verstehen.


Bedeutung

Welche Akupunkturarten gibt es?

In unserer Praxis kombinieren wir zumeist die tradionelle Körperakupunktur mit der Ohrakupunktur.

Je nach Beschwerdeart kann die Behandlung durch andere Akupunkturformen ergänzt oder ersetzt werden:

  • Laser-Nadelakupunktur
  • Triggerpunkt-Akupunktur
  • Stoßwellen-Akupunktur
  • Schädelakupunktur

Wie wird die Akupunkturbehandlung durchgeführt?

Die modernen, sehr dünnen Einmalnadeln werden an bestimmten Punkten, den Akupunkturpunkten, platziert. Je nach Körperstelle bleiben die Nadeln etwa 20 Minuten an ihrem Ort bevor sie entfernt werden. Beim Einstechen verspürt der Patient kaum Schmerzen.
Der  Bereich des Akupunkturpunktes, auf dessen Meridian eine Unterbrechung des Qi-Flusses vermutet wird, ist häufig sehr empfindlich. So hat der Behandler eine gute Rückmeldung, ob die Auswahl des Punktes stimmig ist. Nach dem Einstich kann sich ein leichter und dumpfer Druck, ein Wärmegefühl oder auch ein plötzliches Kribbeln bemerkbar machen. Durch die Behandlung der ausgewählten Punkte wird die Energie der Organe balanciert und die Selbstheilung angeregt.

Behandlungsdauer und Intensität der Akupunkturbehandlung

Behandlungsintensität
Bei sehr akuten Beschwerden kann eine tägliche Behandlung erfolgen, bei chronischen Beschwerden erfolgt anfangs die Behandlung im Abstand von 1 Woche, gegen Ende der Behandlung können die Behandlungsabstände 3-4 Wochen betragen. Manche Patienten, z.B. mit Migräne oder Allergien, führen regelmäßige Auffrischungen der Behandlung durch.
In China ist es durchaus üblich, Akupunktur auch zur Gesundheitsvorsorge einzusetzen.

Behandlungsdauer
Wie häufig die Behandlungen notwendig sind, hängt vom Beschwerdebild und deren Dauer ab. Akute Beschwerden sind oft in 3 - 6 Sitzungen gut behandelbar, bereits länger andauernde Probleme benötigen unter Umständen 10 - 20 Anwendungen.

Sinnvolle Ergänzungen zur Akupunktur

  • Krankengymnastik, Manualtherapie, Osteopthie, aber nie direkt nach der Behandlung.

Krankengymnastik und Manualtherapie sind am gleichen Tag möglich, Osteopathie (außer bei energetischer Kombinationsbehandlung) am besten mit einigen Tagen Abstand.

  • Vor der Behandlung: Schröpfmassage, Triggerpunktbehandlung, Spineliner

Was ist bei der Akupunkturbehandlung zu beachten?
Vorteile, Nachteile, Nebenwirkungen

Nach der ersten Behandlung empfinden viele Patienten die Akupunktur als wohltuend, entspannend und oft als schnell wirksam. In einigen Fällen braucht man etwas länger Geduld bis eine Veränderung eintritt.

Nach unserer Erfahrung ist wichtig: Richtige Punktauswahl und Kombination verschiedener Meridiansysteme und Akupunkturarten.
Direkte nach der Behandlung Zeit für Ruhe, keine körperlichen Aktivitäten, kein Kaffee oder Alkohol.

 

Vorteile

  • großes Anwendungsspektrum bei guter Wirksamkeit
  • kaum Nebenwirkung

Nebenwirkungen

Schädliche Nebenwirkungen wie bei medikamentösen Therapien treten bei richtiger Anwendung nicht auf. Gelegentlich können an den Akupunktur stellen leichte Blutergüsse auftreten.

Unser Fazit

Seit Gründung der Praxis 1997 ist die Akupunktur eine unserer wichtigsten Behandlungsarten. Besonders bei chronischen Beschwerden, aber auch bei akuten Verspannungen, kann mit der Akupunktur oftmals schnell und nebenwirkungsfrei eine nachhaltige Verbesserung unterstützt werden.

Eine Akupunkturbehandlung ist besonders bei chronischen Beschwerden (fast) immer einen Versuch wert. Sehr geringe Nebenwirkungsrate und gutes Wirkungsprofil.

Unsere Bewertung

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Weiterführende Literatur

Giovanni Maciocia: Grundlagen der Chinesischen Medizin

Wissenschaftliche Studien

GERAC-Akupunktur-Studien: Modellvorhaben zur Beurteilung der Wirksamkeit

Dtsch Arztebl 2002; 99(26): A-1819 / B-1539 / C-1435


Aus rechtlichen Gründen erforderlicher Hinweis zur Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode:
Die auf diesen Seiten dargestellten Behandlungsmethoden werden in der Wissenschaft in ihrer Bedeutung und Tragweite nicht einheitlich beurteilt. Auch liegen diesbezüglich noch keine randomisierte placebokontrollierte Doppel-/Blindstudien vor, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung bei gesundheitlichen Wirkaussagen fordert, und wie sie bei bestimmten Medikamenten vorhanden sind.

Die entsprechenden Möglichkeiten die Behandlungen in diesen "Doppel-Blind-Studien" zu überprüfen werden jedoch kontrovers diskutiert. Ärztliches Wissen und juristische Betrachtungsweise stimmen ebenso wie medizinische Erfahrung und Wissenschaft nicht immer überein.

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