Fersenschmerzen und Fersensporn
Teil 3: Therapie

Die richtige Therapie für Ihre Fersenschmerzen festlegen

Viele unserer Patienten hatten schon die eine oder andere Behandlung, meist aber ohne das vorher eine genaue Untersuchung und Einstufung der Beschwerden erfolgte.

Voraussetzung für einen Therapievorschlag von uns sollte immer die ausführliche vorherige Untersuchung und Diagnostik sein.
Nur wenn wir die genauen Befunde berücksichtigen, können wir unnötige oder gar schmerzverstärkende Behandlungen vermeiden.

Ähnlich wie bei einem Puzzle fügen sich die Bausteine aus der Schilderung Ihrer Beschwerden, dem körperlichen Untersuchungsbefund und der Diagnostik zusammen.
Im Ergebnis können wir die Behandlung sehr individuell und spezialisiert auf Ihre Beschwerden ausrichten um den bestmöglichen Therpieerfolg zu ermöglichen.

Wir unterscheiden die direkte und akute Behandlung der Beschwerden und im weiteren die Behandlung der Beschwerdeursachen (Fußgewölbestörungen, Gang, muskuläre Dysbalance etc.)

Hier haben wir Ihnen die Behandlungsmethoden aufgelistet die wir öfters mit guten Erfahrungen einsetzen, aber immer individuell auswählen, denn nicht jede Behandlung ist für jeden Patient geeignet!

 

1. Schritt: Behandlung der Schmerzen

Nicht zertrümmern sondern die Heilung anregen!
- Behandlungen mit Stoßwelle

Bei geringeren Beschwerden ist die Behandlung mit fokussierten Stoßwellen die Therapie der ersten Wahl. Wenn sich im Ultraschall und der Kernspintomographie keine gravierenden Entzündungszeichen finden (dann sollte die Therapie nicht durchgeführt werden) bestehen keine bekannten Nebenwirkungen.

Bei uns wird die moderne fokussierte Stoßwellentherapie durchgeführt. Diese führt nachweislich zu einer Aktivierung der Zellen die das Bindegewebe reparieren (Fibroblasten), eine Zerstörung des Fersensporns ist weder das Ziel noch erforderlich! Die Behandlung verursacht in der Regel keine Beschwerden mehr, bei Schmerzen kann die Intensivität bedenkenlos reduziert werden.
Die früher eingesetzte Methode der mechanischen Stoßwelle (Hammer) wird von uns aufgrund der geringeren Wirkung und der stärkeren Schmerzhaftigkeit nicht mehr an der Sehne genutzt.

Muskulatur entspannen und Schmerzen lindern
- Traditionell Chinesische Akupunktur

Wir setzen die Akupunktur nach traditionell chinesischen Gesichtspunkten gerne zur Schmerzbehandlung ein.
Besonders wenn die Beschwerden schon lange bestehen und zusätzliche Verspannungen im Unterschenkel, manchmal auch im Gesäßbereich und im Rücken bestehen, kann die Akupunktur ihre schmerzlindernde und muskelentspannende Wirkung entfalten.
Und vor allem: Keine Nebenwirkung wie bei den Medikamenten!

Zusammenhänge erkennen- unterstützend ganzheitlich behandeln
- Ärztliche Osteopathie

Unser Wissen um die Zusammenhänge im Körper wächst ständig. Oft stellen wir fest, dass Beschwerden im Fuß mit Verspannungen im unteren Rücken, Gesäß oder Ileosacralgelenk einhergehen. In der osteopathischen Untersuchung und Behandlung können wir dies gezielt untersuchen und zu einer Entspannung der Fußsehne in ihrem Zusammenspiel mit dem Bindegewebe und Muskel von Bein und Rücken beitragen.
Wenn die Beschwerden im starken Zusammenhang zum Rücken stehen, kann dies die wichtigste Behandlung sein.

Eine ausgeprägte Entzündung benötigt Entlastung und Schonung!

Wenn die Entzündung zu stark ist, sollte eine Entlastung der Sehne erfolgen. Die einfachste Entlastung ist Schonung! Zusätzlich kann beim Gehen eine Einlage eine leichte Entlastung bewirken. Da die Einlage an anderen Stellen Druck aufbaut kann sie aber manchmal die Schmerzen verstärken.
Der von uns entwickelte Sehnentape ist dem gegenüber fast immer gut verträglich. Wenn ein Tape-Verband nicht mehr ausreicht oder eine starke Entzündung im Knochen vorliegt, ist anfangs auch ein Entlastungsschuh zu empfehlen.
Wichtig! - Wenn die Entzündung zu stark ist und der Fuß nicht entlastet wird, können Behandlungen nicht richtig wirken! Dies ist der Grund warum manchmal eine Stoßwellentherapie erfolglos bleibt...

Wenn es nicht besser wird
- Lokale Behandlungen

Bei ausgeprägter Entzündung, Verletzung der Sehne und chronischem Verlauf kann eine Injektion an die Sehne erfolgen.
Neben Reparaturzellen aus Eigenblut (ACP) haben auch andere Verfahren gute Erfolge.

Injektionen mit Cortison sollten nach unserer Einschätzung aufgrund der möglichen Nebenwirkung nicht durchgeführt werden.

 

 

2. Schritt: Behandlung der Ursachen

Bei sehr geringen Beschwerden oder als zweiter Therapieschritt nach Rückgang der akuten Beschwerden
erfolgt in unserer Praxis die Behandlung der zu Grunde liegenden Ursachen.

Je nach Befund kann dies ein ganz unterschiedliches Vorgehen beinhalten:

 

Einlagen - nicht immer eine gute Lösung

Bei einer ausgeprägten Störung des Fußgewölbes kann eine Einlage sehr hilfreich sein. In akuten Phasen ist der zusätzliche Druck durch die Einlage manchmal unangenehm, so dass sie in vielen Fällen erst später im Behandlungsverlauf, dann zur Vermeidung von Überlastung, von uns eingesetzt wird.
Manchmal ist die Therapie aber auch eine ungünstig wirkende Einlage wegzulassen!

Medizinische Trainingstherapie und Isokinetik

Mit speziellen Kraftübungen kann die Kraft in der Wadenmuskulatur verbessert werden. Ist die Ursache der Beschwerden mehr ein veränderter Abrollvorgang sollten spezielle Übungen, die die Bewegungsabfolge verbessern ("Motorikprogramm") erfolgen. Im Rahmen unserer Analyse Ihres Gangbildes geben wir detaillierte Empfehlungen welche Veränderungen in der Therapie erreicht werden sollten.

Fazit

Fersenschmerzen, insbesondere wenn bereits eine Kalkablagerung, der Fersensporn, vorhanden ist, bedürfen von Anfang an einer genauen Abklärung und einer gezielten Behandlungsstrategie.

  • Nehmen Sie Fersenschmerzen und Fersensporn nicht hin, reagieren Sie schnell, denn oft bestand schon vor dem Auftreten der Schmerzen an der Ferse eine Veränderung der Sehne.
  • Es besteht ein hohes Risiko für chronische Beschwerden und lange Therapieverläufe!
  • Lassen Sie bereits zu Beginn eine Ultraschalluntersuchung durchführen!
  • Laufen Sie nicht mit Schmerzen!
  • Spätestens bei länger als 4-6 Wochen bestehenden Beschwerden sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen.
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