Arthrosetherapie

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Was bedeutet Arthrose?

Der Begriff Arthrose (Arthro = Gelenk, Arthrose = Gelenkerkrankung) beschreibt allgemein eine Abnutzung im Bereich der Gelenke. Üblicherweise wird der Begriff Arthrose in der Medizin nur dann gebraucht, wenn der Abnutzungsgrad des Gelenkes deutlich sichtbar und über dem liegt, was als „altersübliche Abnutzung“ normalerweise beobachtet wird.

Grundsätzlich ist es  jedoch wichtig zu verstehen, dass ein Gelenk mit Abnutzungserscheinungen nicht automatisch schmerzhaft sein muss, die Gelenkflächen und der Knorpel durch die Abnutzung aber weniger belastungsfähig sind. Wenn sich durch ungünstige Haltungen, ungewohnte Belastungen oder chronische Überlastungen eine Entzündung entwickelt, so kommt es zu Schmerzen, gelegentlich auch in Verbindung mit Schwellungen und Bewegungseinschränkungen.

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Ausprägung und Stadien der Arthrose

Da im Gelenkknorpel keine Schmerzfasern oder Blutgefäße vorhanden sind, verursachen die ersten Abnutzungen des Knorpels oft  keine Schmerzen. Diese frühen Stadien sind deshalb nur in der Kernspintomografie oder mit besonderen Röntgenuntersuchungen nachweisbar. Kleinere Knorpelschädigungen und Abnutzungen sind im Laufe des Lebens normal (Vorstadium der Arthrose), größere Defekte des Knorpels (Arthrosestadium 1) führen zu einer Überlastung des darunterliegenden Knochens und sind bereits öfters mit Beschwerden verbunden.

Im Stadium 1
kommt es oftmals bei längeren Belastungen zu ersten Beschwerden oder zu Schmerzen in den umgebenden Muskeln, da unbewusst eine Schonhaltung eingenommen wird. Im Röntgenbild kann eine beginnende Verschmälerung des Gelenkspaltes nachgewiesen werden.

Im Stadium 2
liegt eine weitere Schädigung des Knorpels und der darunter liegenden Knochenstrukturen vor, hier lagert sich aufgrund der fehlenden Dämpfung durch den Knorpel vermehrt Kalk ein, gelegentlich entstehen schmerzhafte Knochenreizungen. Unter Belastung kann es nun zu einem Anschwellen des Kniegelenkes kommen. Die dabei entstehende Schmerzsymptomatik ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. In der Praxis beobachten wir Situationen in denen es unter Belastung nur zu einem Anschwellen des Gelenkes kommt, bei anderen Menschen kommt es in diesem Stadium bereits zu chronischen Schmerzen.

Im Stadium 3
ist der Knorpel komplett verbraucht, an den Gelenken zeigen sich Ausziehungen des Knochenplateaus, oftmals bestehen chronische oder wiederholt auftretende Schwellungen des Gelenkes mit Entzündung der Schleimhaut (Synovitis).
Das Gelenk ist durch die Verminderung der Knorpeldicke teilweise instabil, bei weiterem Fortschreiten kann sich die Beinachse hin zu einem stark ausgeprägten   O- (varus) oder X-(valgus)Bein verändern.

Die Behandlungsstrategie richtet sich nach dem im Röntgenbild und den in Kernspintomografie nachgewiesenen strukturellen Veränderungen, gleichzeitig aber auch entsprechend der Beschwerden und der Symptome (Schwellung, Belastungsfähigkeit, Entzündung).

Da Röntgenbefunde und Symptome oft nicht der gleichen Stadieneinteilung bzw. Phase entsprechen, kann immer nur in der Gesamtbetrachtung und gemeinsam von Patient und Arzt eine sinvolle Therapiestrategie entwickelt werden. Die Verlaufskontrollen und Belastungsempfehlungen sollten sich jedoch überwiegend an den Knorpel- und Knochenveränderungen orientieren.

Wenn die Arthrose mehr den inneren Gelenkspalt betrifft, wird dies als „Varus“-Gonarthrose (innenseitige Kniegelenksarthrose) bezeichnet. Bei Abnutzung des äußeren Gelenkspaltes spricht man von „Valgus“-Gonarthrose. Eine außen- oder innenseitige Arthrose kann besonders bei Störungen der Beinachse (X- oder O-Bein) oder unterschiedlichen Beinlängen entstehen.

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Ursachen der Arthrose

Übermäßige Gelenkabnutzung kann als Folge von Unfällen, chronischen Überlastungen, Fehlhaltungen oder nach Infektionen entstehen. Nicht in allen Fällen lässt sich jedoch die genaue Ursache feststellen. Neben einer lokalen Behandlung der Arthrose und der damit einhergehenden Beschwerdesymptomatik, sollte immer versucht werden die Ursachen möglichst genau zu bestimmen. Nur so kann ein weiteres Fortschreiten der Abnutzung gezielt vermieden werden.

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Ursachenforschung

Länger bestehende Fehlhaltungen führen fast automatisch zu einer asymmetrischen Gelenkbelastung. Bei leichten Fehlstellungen der Beinachse (X-Bein, O-Bein) entsteht eine vorzeitige Abnutzung an der Innen- (O-Bein) bzw. an der Außenseite (X-Bein) der Kniegelenke. Ähnlich deutlich sind die Zusammenhänge im Bereich der Füße. Auch im Bereich der kleineren Wirbelgelenke kann es bei Skoliosen (Seitverdrehung der Wirbelsäule) oder unterschiedlicher Beinlänge zu Arthrosen der kleinen Wirbelgelenke nur an einer Seite kommen. 

Hilfreiche Fragen:

  • Wie sind die Beschwerden entstanden?
  • Welche Situationen führen zu einer Verbesserung oder Verstärkung?
  • Wann treten die Schmerzen hauptsächlich auf?
  • Welche Behandlungen wurden bereits durchgeführt?

Auch eine Blutuntersuchung kann gelegentlich erforderlich sein. Wichtig sind die Funktionsuntersuchungen im Bewegungslabor, hier kann über die Untersuchung in der Bewegung und unter Belastung heraus gefunden werden wie die Belastung/ Abnutzung entstanden ist. Nur so kann ein gezieltes Programm zur Vermeidung eines weiteren Verschleißes zusammengestellt werden.

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Unser Behandlungsplan bei Arthrose

Abhängig von dem Grad der Entzündung oder der Schmerzen können verschiedene Behandlungen kombiniert werden. Bei Schwellungen, Reizungen und starken Schmerzen können zunächst lokal entzündungshemmende Medikamente als Spritzen oder in Tablettenform helfen.

Neben den klassischen schulmedizinischen Medikamenten haben sich bei wiederholten oder chronischen Beschwerden auch homöopathische Mittel bewährt. Diese oft als „Knorpelaufbauspritzen“ bezeichneten Behandlungen mit 10-maliger Injektion eines homöopathischen Mittels führen oftmals zu einer deutlichen Reiz- und Beschwerdelinderung. Bei Abnutzungserscheinungen im Bereich des Knorpels kann eine Injektionsserie mit Hyaluronsäure oder körpereigenen Reparaturzellen wie z.B. PRP oder ACP hilfreich sein. Beide Mittel führen dazu das die Regeneration des Gelenkknorpels unterstützt wird.

Zur Aktivierung der Knorpelunterstützung kann auch eine pulsierende Magnetfeldtherapie begleitend hinzu genommen werden. Neben diesen passiven Maßnahmen ist  eine funktionsunterstützende Behandlung durch Fahrradergometertraining und Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit und weiteren Stabilisierung des Gelenkes erforderlich.

Mit den Ergebnissen der Bewegungsdiagnostik und klinische Ganganalyse kann dann ein spezielles Sporttraining durchgeführt werden, sodass entweder durch leichte Veränderung des Trainings oder durch ergänzende Stabilisierungsübungen wieder eine gute Sportfähigkeit eintreten kann.

Welche Strategie ergibt sich aus der Stadieneinteilung?

Das vorrangige Therapieziel in allen Stadien ist die Ursache der Abnutzung, soweit möglich, zu erkennen und ein weiteres Fortschreiten der Arthrose zu verhindern.

Im Stadium 1
kann mithilfe einer Kernspintomographie überprüft werden, ob eine arthroskopische Operation oder aber das Anzüchten von Knorpelzellen eine Therapieoption darstellen. Mit einem begleitenden Therapieprogramm zur Kräftigung der muskulären Knieführung, ggf. auch mit einer Einlagenversorgung und einer „Knieschule“ wird der Behandlungsverlauf unterstützt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, zunächst im Abstand von 1-2 Jahren, helfen frühzeitige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.

Im Stadium 2
ist die Arthrose bereits etwas fortgeschrittener, sind regelmäßige Kontrollen im Abstand von 6-12 Monaten und ein begleitendes Bewegungs- und Kräftigungsprogramm der Beinmuskulatur sind erforderlich.

Im Stadium 3
ist zumeist eine regelmäßige physiotherapeutische und begleitende ärztliche Behandlung erforderlich. Im Vordergrund steht zunächst die Operation mit Gelenkersatz hinauszuschieben. Bei guten Verläufen und fehlenden Entzündungszeichen sind Kontrollen in einem Abstand von 6 Monaten ausreichend.

 

 

 

 

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Aus rechtlichen Gründen erforderlicher Hinweis zur Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode:
Die auf diesen Seiten dargestellten Behandlungsmethoden werden in der Wissenschaft in ihrer Bedeutung und Tragweite nicht einheitlich beurteilt. Auch liegen diesbezüglich noch keine randomisierte placebokontrollierte Doppel-/Blindstudien vor, wie es die höchstrichterliche Rechtsprechung bei gesundheitlichen Wirkaussagen fordert, und wie sie bei bestimmten Medikamenten vorhanden sind.

Die entsprechenden Möglichkeiten die Behandlungen in diesen "Doppel-Blind-Studien" zu überprüfen werden jedoch kontrovers diskutiert. Ärztliches Wissen und juristische Betrachtungsweise stimmen ebenso wie medizinische Erfahrung und Wissenschaft nicht immer überein.

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