OECD-Studie zu Knieprothesen

Knieprothesen: Deutschland im internationalen Vergleich: 
 72 Prozent über dem OECD-Durchschnitt

In Deutschland werden besonders häufig künstliche Kniegelenke eingesetzt. Das zeigt der internationale Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Im Bericht „Health at a Glance 2025“ vergleicht die OECD die Häufigkeit von Kniegelenkersatz-Eingriffen für 2023 beziehungsweise das nächstverfügbare Jahr.

Auf jeweils 100.000 Einwohner entfallen:

  • Deutschland: 268
  • Frankreich: 205
  • Niederlande: 166
  • OECD Durchschnitt: 156

Deutschland liegt damit rund 72 Prozent über dem Durchschnitt der 34 OECD-Länder mit verfügbaren Daten. Dieser Vergleich umfasst europäische und außereuropäische Länder.

Was erklären diese Unterschiede?

Eine höhere Operationsrate bedeutet nicht automatisch, dass jeder zusätzliche Eingriff unnötig ist. Unter anderem unterscheiden sich Altersstruktur, Erkrankungshäufigkeit und Zugang zur medizinischen Versorgung. Auch die Erfassung der Eingriffe ist international nicht vollständig einheitlich.
Die OECD weist allerdings darauf hin, dass erhebliche Unterschiede auch nach Berücksichtigung der Altersstruktur bestehen bleiben.

Was bedeutet das für Ihre Entscheidung?

Die Statistik kann nicht beantworten, ob Sie persönlich eine Knieprothese benötigen. Sie gibt aber Anlass, die Operationsnotwendigkeit und den richtigen Zeitpunkt sorgfältig zu prüfen.
Entscheidend sind Ihre Schmerzen, Ihre Einschränkungen im Alltag, der Gelenkbefund und die Ergebnisse der bisherigen konservativen Behandlung. Eine hohe Operationshäufigkeit ersetzt diese individuelle Abwägung ebenso wenig wie das Röntgenbild allein.

Originalquelle und Daten

OECD (2025): Health at a Glance 2025: OECD Indicators. Kapitel „Hip and knee replacement“, Abbildung 5.25.
Die Angabe „rund 72 Prozent“ wurde aus den veröffentlichten Werten berechnet: (268 − 156) ÷ 156 × 100 = 71,8 Prozent.