Hochintensive multispektrale Lasertherapie (HILT)
Chronische Schmerzen im Bewegungsapparat entstehen häufig durch ein Zusammenspiel aus überlasteten Sehnen, verspannten Muskeln und schmerzhaften Triggerpunkten. Besonders bei länger bestehenden Beschwerden können sich lokale Schmerzverstärker im Muskel- und Fasziengewebe entwickeln, die klassische Therapien nur begrenzt beeinflussen.
Die hochintensive multispektrale Lasertherapie (HILT) ist ein modernes Verfahren aus der Orthopädie und Sportmedizin. Dabei wird gebündeltes Laserlicht hoher Leistung eingesetzt, das auch tieferliegende Gewebestrukturen wie Muskeln, Faszien und Sehnenansätze erreichen kann.
Im Gegensatz zu rein symptomatischen Verfahren zielt die Lasertherapie darauf ab, biologische Regenerationsprozesse im Gewebe zu aktivieren. Sie gehört damit zu den sogenannten bioregenerativen Therapieverfahren, bei denen körpereigene Heilungsmechanismen gezielt unterstützt werden.
Ziel der Behandlung ist
- Unterstützung regenerativer Prozesse im Gewebe
- eine Reduktion der Schmerzintensität
- eine Entspannung verspannter Muskulatur
- eine Verbesserung der lokalen Durchblutung
Studien zeigen, dass Lasertherapie bei verschiedenen muskuloskelettalen Beschwerden zu einer messbaren Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung beitragen kann.
Wann kann eine Lasertherapie sinnvoll sein?
Die hochintensive Lasertherapie wird in der Orthopädie vor allem bei Beschwerden eingesetzt, bei denen muskuläre Verspannungen, Triggerpunkte oder chronische Überlastungsreaktionen von Sehnen eine zentrale Rolle spielen.
Typische Anwendungsbereiche sind zum Beispiel:
- chronische Rückenschmerzen
- chronische Nackenschmerzen
- Triggerpunkte und myofasziale Schmerzen
- Achillessehnenbeschwerden
- Fersensporn / Plantarfasziitis
- Patellaspitzensyndrom
- andere chronische Sehnenreizungen
Besonders bei länger bestehenden Beschwerden kann die Lasertherapie helfen, Schmerzprozesse zu regulieren und regenerative Heilungsprozesse im Gewebe zu unterstützen.
Lasertherapie bei chronischen Rückenschmerzen
Chronische Rückenschmerzen entstehen häufig durch muskuläre Verspannungen, myofasziale Triggerpunkte und überlastete Strukturen im Bereich der Wirbelsäule. Besonders bei länger bestehenden Beschwerden entwickeln sich häufig lokale Schmerzverstärker im Muskel- und Fasziengewebe.
Die hochintensive Lasertherapie kann hier helfen, tieferliegende Muskelstrukturen zu entspannen und lokale Schmerzprozesse zu regulieren. Gleichzeitig kann die Behandlung regenerative Prozesse im Gewebe unterstützen.
Systematische Reviews zeigen, dass Lasertherapie bei muskuloskelettalen Schmerzen zu einer signifikanten Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung beitragen kann.
Lasertherapie bei chronischen Nackenschmerzen
Chronische Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden. Häufig stehen überaktive Nackenmuskeln, Triggerpunkte im Trapeziusmuskel und myofasziale Spannungsmuster im Vordergrund.
Die hochintensive Lasertherapie kann gezielt auf diese muskulären Schmerzquellen wirken. Das Laserlicht erreicht auch tieferliegende Muskelanteile und Faszienstrukturen, wodurch eine deutliche Reduktion der Muskelspannung möglich ist.
In einer randomisierten Studie von Sargolzehi et al. (2022) führte die Lasertherapie bei myofaszialen Nackenschmerzen zu einer signifikanten Verbesserung von Schmerz und Funktion.
Lasertherapie bei Triggerpunkten
Triggerpunkte sind lokal begrenzte Muskelverhärtungen, die häufig ausstrahlende Schmerzen verursachen können. Besonders im Bereich von Nacken, Schultergürtel und Rücken spielen sie bei chronischen Schmerzen eine wichtige Rolle.
Durch die hochintensive Lasertherapie können diese Areale gezielt behandelt werden.
Die Behandlung führt häufig zu
- einer Entspannung der betroffenen Muskelfasern
- einer Verbesserung der lokalen Durchblutung
- einer Reduktion der Druckschmerzempfindlichkeit
Studien zeigen eine deutliche Reduktion von Schmerz und Muskelspannung nach Lasertherapie bei myofaszialen Triggerpunkten.
Lasertherapie bei Sehnenreizungen
Neben muskulären Beschwerden wird Lasertherapie auch bei chronischen Sehnenreizungen eingesetzt.
Dazu gehören unter anderem
- Achillessehnenbeschwerden
- Fersensporn / Plantarfasziitis
- Patellaspitzensyndrom
andere Überlastungsschäden von Sehnen
Die Lasertherapie kann hier zur Schmerzlinderung und Unterstützung regenerativer Prozesse im Sehnengewebe beitragen.
Eine randomisierte Studie von Stergioulas et al. (2008) zeigte eine signifikante Verbesserung von Schmerz und Funktion bei chronischer Achillessehnen-Tendinopathie.
Kombination von Lasertherapie und Stoßwellentherapie
In vielen Fällen kann die Lasertherapie auch in Kombination mit der Stoßwellentherapie eingesetzt werden.
Beide Verfahren wirken über unterschiedliche biologische Mechanismen.
Stoßwelle
- mechanische Stimulation des Gewebes
- Aktivierung von Heilungsprozessen
- Förderung der Durchblutung
Lasertherapie
- Aktivierung zellulärer Stoffwechselprozesse
- Reduktion von Schmerzsignalen
- Unterstützung regenerativer Gewebeprozesse
Die Kombination dieser Verfahren kann besonders bei chronischen Sehnenbeschwerden und hartnäckigen muskulären Verspannungen sinnvoll sein.
Häufige Fragen zur Lasertherapie
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Ist die Lasertherapie schmerzhaft?
Nein. Die Behandlung wird meist als angenehm warm empfunden und dauert nur wenige Minuten.
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Wie viele Behandlungen sind notwendig?
In der Regel werden 6 bis 12 Sitzungen durchgeführt, meist zwei Behandlungen pro Woche.
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Für welche Beschwerden ist Lasertherapie geeignet?
Lasertherapie kann insbesondere bei
- Rückenschmerzen
- Nackenschmerzen
- Triggerpunkten
- Sehnenreizungen
sinnvoll sein.
Ist die Lasertherapie wissenschaftlich untersucht?
Ja. Mehrere Studien und systematische Reviews zeigen eine klinisch relevante Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung bei muskuloskelettalen Beschwerden.




